Warum viele Affiliate-Partnerprogramme nicht skalieren – und wie Skalierung wirklich gelingt
Einleitung
Viele Unternehmen starten ein Affiliate-Programm mit großen Erwartungen – und sind nach einigen Monaten ernüchtert. Die Umsätze bleiben hinter den Zielen zurück, der Kanal entwickelt keine Dynamik, und die Publisher-Aktivität stagniert. Schnell entsteht der Eindruck, Affiliate Marketing funktioniere nicht mehr oder sei „zu klein, um relevant zu sein“.
Die aktuelle Podcast-Folge von Next Level – Back to Basics zeigt jedoch, dass dieser Eindruck selten am Kanal selbst liegt, sondern an strukturellen Fehlern im Setup, falschen Erwartungen oder fehlender operativer Betreuung. Affiliate Marketing ist ein performancestarker Kanal – wenn die Grundlagen stimmen.
Dieser Blogbeitrag fasst die wichtigsten Ursachen zusammen, warum Partnerprogramme nicht skalieren, und zeigt praxisnahe Lösungswege auf, um Wachstum langfristig aufzubauen. Die Inhalte basieren vollständig auf der aktuellen Podcast-Folge .
1. Fehlende Priorität – Affiliate läuft „nebenbei“
Einer der häufigsten Gründe für nicht skalierende Partnerprogramme ist die fehlende Priorisierung.
Viele Advertiser behandeln den Kanal wie einen Nebenjob:
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keine klare Betreuung
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keine Zeitressourcen
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keine strategische Ausrichtung
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kein Verständnis des Publisher-Ökosystems
Oft übernimmt eine studentische Aushilfskraft, jemand ohne Fachkenntnisse oder sogar „der Rest vom Team“ die Steuerung – mit dem Ergebnis, dass das Programm nicht strukturiert geführt wird.
Das Fazit aus dem Podcast ist eindeutig:
Ein Partnerprogramm benötigt dieselbe Aufmerksamkeit wie SEA, Social Ads oder Display – mit operativer Betreuung, strategischen Entscheidungen und kontinuierlicher Optimierung.
2. Kein Verständnis für Wettbewerb & Budget – Skalierung kostet Geld
Ein weiterer zentraler Punkt: Viele Advertiser unterschätzen, wie kompetitiv ihre Vertikale ist.
Am Beispiel CBD wird deutlich, dass dort:
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starke Konkurrenz herrscht
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wenige Top-Publisher existieren
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relevante Placements ausschließlich im Hybrid-Modell verfügbar sind
Top-Positionen werden in solchen Märkten nicht auf reinem CPO vergeben, sondern müssen über:
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WKZ
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Hybrid-Modelle
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Garantien
aktiv eingekauft werden.
Wenn ein Markt bereits gesättigt ist, führt ein „wir starten einfach mal“ nicht zum Erfolg. Ohne Budget bleibt ein Programm unsichtbar.
3. Interne Blocker – und wie sie Partnerprogramme ausbremsen
In vielen Unternehmen entstehen Skalierungsprobleme durch interne Stakeholder:
Typische Blocker laut Podcast:
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SEA-Agenturen fürchten fälschlicherweise Kannibalisierung durch Affiliate-CSS
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Display-Dienstleister blockieren zusätzliches Retargeting
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interne Teams stufen Affiliate als „unwichtig“ ein
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fehlende Ownership („der Kanal gehört niemandem“)
Ein häufiger Irrglaube ist, dass Affiliate und Google Shopping sich gegenseitig hochbieten könnten – was technisch unmöglich ist.
Gleichzeitig ist Retargeting über Affiliate ein ergänzender Kanal, der mit Tracking-Weiche sauber attribuiert werden kann.
Interne Blocker sind oft Mindset-Probleme, nicht technische oder wirtschaftliche Hindernisse.
4. Falsches Netzwerk – Partner sitzen nicht dort, wo das Programm stattfindet
Ein weiterer Fehler besteht in der Wahl eines Netzwerks, das gar nicht zu den relevanten Publishern passt.
In der Podcast-Folge wird erklärt:
Private Networks bieten Vorteile, aber auch Limitierungen. Oft fehlen die großen Player – die allerdings entscheidend sind, um Umsatz zu generieren.
Öffentliche Netzwerke haben hier einen Wettbewerbsvorteil: sofortige Publisherreichweite.
Wesentliche Fragen lauten daher:
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Wo sitzen die relevanten Publisher?
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Ist mein Netzwerk für meine Branche geeignet?
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Kann ich alle Wunschpartner problemlos onboarden?
Die Netzwerkentscheidung ist ein Skalierungshebel – oder eine Wachstumsbremse.
5. Unattraktive Payout-Strukturen – Publisher verdienen zu wenig
Ein häufiger Fehler besteht darin, Publisher mit Payouts abzuspeisen, die nicht ihrer Leistung entsprechen.
Die Realität ist einfach:
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Ein Publisher mit 3,50 € Einnahmen pro Monat wird keine Energie investieren.
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Unter 100–200 € Monatsumsatz wird kaum jemand überhaupt reagieren.
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Ab ca. 500 € wird das Programm relevanter – und erst dann starten echte Kooperationen.
Wichtig ist:
Der EPC entscheidet – nicht das Payout allein.
Publisher beurteilen Programme nach:
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Conversion Rate
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AOV
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Payout
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Datenqualität
Publisher müssen profitabel arbeiten können – sonst gibt es keine Chance auf Skalierung.
6. Fehlendes Verständnis für Publisher-Beziehungen
Ein funktionierendes Partnerprogramm benötigt Beziehungen, nicht nur Trackinglinks.
Laut Podcast bedeutet das:
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Publisher beim Namen kennen
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ihr Geschäftsmodell verstehen
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regelmäßig kommunizieren
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gemeinsam an Platzierungen arbeiten
Es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Publisher investieren Zeit – aber nur, wenn sie das Gefühl haben, dass ein Advertiser ebenfalls investiert.
Affiliate Marketing ist Relationship Marketing.
Ohne Beziehung keine Performance.
7. Unklare Vision – Programme ohne Strategie skalieren nie
Viele Programme bestehen aus einem Sammelsurium akzeptierter Partner, aber ohne klare Struktur:
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Welche Publisher sind gewollt?
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Welche Modelle sollen verstärkt werden?
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Welche Zielgruppen sollen erreicht werden?
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Welche KPIs steuern die Optimierung?
Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, wird ein Partnerprogramm chaotisch – und bleibt erfolglos.
Ein skalierendes Programm benötigt:
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eine klare Publisher-Strategie
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Zielsetzungen
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Priorisierung
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interne Verantwortlichkeit
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Budget- und Zeitplanung
Ohne diese Grundlagen bleibt Wachstum Zufall.
8. Ein Skalierungsfazit: Affiliate funktioniert – aber nur mit System
Affiliate Marketing ist einer der flexibelsten und wirkungsvollsten Kanäle im Performance-Marketing.
Aber er skaliert nur, wenn Advertiser:
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Budget einplanen
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Blocker eliminieren
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ein geeignetes Netzwerk wählen
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Publisher fair vergüten
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echte Beziehungen aufbauen
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intern Verantwortung schaffen
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eine klare Vision entwickeln
Unternehmen, die diese Punkte berücksichtigen, bauen Programme auf, die Jahr für Jahr wachsen.
Unternehmen, die sie ignorieren, bleiben im Stillstand.
Wie im Podcast gesagt:
Fazit
Partnerprogramme scheitern selten an Publishern oder dem Markt. Sie scheitern fast immer an fehlenden Grundlagen: an Budget, an Strukturen, an Know-how, an Priorisierung oder internem Verständnis.
Wer Affiliate ernst nimmt, kann einen Kanal aufbauen, der nachhaltig, kalkulierbar und hochprofitabel ist. Wer ihn „nebenbei“ betreibt, verschenkt enormes Potenzial.
🎧 Alle Details, Beispiele und Hintergründe gibt es in der Podcast-Folge:
„Warum viele Partnerprogramme nicht skalieren“
